Das famose Haus

 

‚Das ist schon ein ganz famoses Haus hier, alles, was recht ist, ich würde sogar sagen . . .‘ – er weist mit großer Geste des linken Armes links den Gang hinauf, und mit einer ebensolchen des anderen Armes in entgegengesetzter Richtung – ‚. . . einfach tadellos.‘

Wir nicken. Wir stimmen nickend zu.

Es ist ein altes Haus, ganz ohne Zweifel. Es ist ein Haus, das zu einer Zeit erdacht und erbaut worden sein muß, zu welcher man noch nicht unter dem Druck stand, zwei Stockwerke in eines zu pferchen. Zu einer Zeit also, in der man durchaus nicht der Ansicht war, eine Deckenhöhe von – sagen wir – viereinhalb, fünf Metern könne dem menschlichen Wohlbefinden abträglich sein.
Und: Zu einer Zeit auch, in der man sich diese Einsicht mitnichten durch nicht oder nur spärlich und also sorgsamst beziehungsweise geizigst einzusetzende Finanzen abschwatzen ließ.

‚Ein . . . nettes Haus . . .‘, so fährt er fort und stockt einen Moment und legt sich den gekrümmten Zeigefinger sinnend, abwägend vor den Mund, ‚ – obwohl . . .‘
Erneut hält er inne, und mit seinem linken, nunmehr angewinkelten Unterarm fährt er vor seinem Gesicht hin und her, wobei seine Hand im jeweiligen Totpunkt der Bewegung im Übergang zur Gegenbewegung schlaff abknickt. Das Ganze erinnert entfernt an einen defekten Scheibenwischer, der völlig aussichtslos versucht, ein Unwetter aus dem Blickfeld des Fahrers zu räumen.
Er erklärt weiter: ‚Sehen sie, es ist doch so: Die Leute, die hier in diesem einwandfreien Haus beobhutet werden,‘ – er sagt tatsächlich beobhutet –, sind ja irgendwann einmal beanstandet worden, verstehen sie?‘

Wir – nicken.

Es entsteht eine Pause. – Er sieht in fragende, in zweifelnde, vereinzelt gar unwillige Gesichter. Er sieht auf jeden Fall in Gesichter, die augenfälligst diverser Erklärungen, Beschreibungen des ‘wie‘ und ‘warum‘ undsofort bedürfen, damit sie wieder zu Gesichtern werden, die das Leben schrieb, vernarbt vielleicht, gezeichnet, nicht aber entstellt vom Gram, welchen ihnen ein unlösbarer, ein beispielsweise behördlicher Fragebogen beigebracht haben mag.
Er atmet vernehmlich ein, sehr tief, – er atmet aus, ebenso vernehmlich, ebenso tief; ein geatmeter Seufzer: Es war ja doch wohl abzusehen gewesen; er würde sich schon etwas genauer erklären müssen, und man steht also herum und er atmet noch einen Seufzer und dann noch einen, und man steht herum, wir nickend hier, er dort, ganz Geduld, ganz Seufzer.

Der Gang ist lang und er ist wohltuend hoch. Er erstreckt sich von einem Ende des Hauses hinüber zum anderen, von Osten nach Westen. Bis zu einer Höhe von knapp zwei Metern sind seine Wände weiß und dauerhaft lackiert, darüber hinaus hat man sich – zu Recht – damit begnügt, zu kälken, die Decke inbegriffen. Im gleichen Maße, wie es den Erbauern dieses Hauses wohl einleuchtete, daß eine gewisse Deckenhöhe nicht schadhaft sein könne bezüglich der Gemütsverfassung, muß es ihnen auch selbstverständlich gewesen sein, daß Abnutzungserscheinungen der Wandfarbe durch bequemes Anlehnen etwa oder auch durch Reiben des Kopfes daran ganz außerordentlich abnehmen ab einer gewissen Höhe – die Zusammenhänge zwischen menschlichem Wachstum, Lackfarbe und Kalk war ihnen geläufig und die Maler bekamen ihre dementsprechenden Direktiven.

‚Ich will ihnen einmal folgendes sagen: Das hier ein angenehmer, hoher, weißer und heller Gang. Ist ihnen aufgefallen, daß es hier nicht etwa dunkel ist, sondern hell, belebend hell?‘

Wir – nicken, unsicher.

‚Es ist also hell, das ist sehr wichtig! Und noch etwas: Es ist auch sehr wichtig, zu berücksichtigen und also zu bedenken, warum es hell und belebend ist.‘
Er reibt die Hände aneinander und sieht den Gang hinauf und hinab, wobei er den Kopf wiegt in aufrichtiger Überzeugung, in einem Gang zu stehen (und angenehm angetan den Kopf zu wiegen), welcher auf´s Richtigste konzipiert und vollendet worden ist. Und in der Tat: Die beiden Enden des Ganges sind verglast von oben nach unten, von rechts nach links; vom eintretenden Tageslicht nur getrennt durch ein an diesem klargliedrigen Ort sonderbar verspielt anmutendes, filigran verziertes, und in seiner Stabilität erwiesenermaßen allgemein unterschätztes Gitter, welches bis auf ungefähr Brusthöhe heraufreicht; darüber hinaus gibt es nichts, was ein Schattenwerfen bedingt hätte, abgesehen von gelegentlich am Fenster stehenden Bewohnern, deren Schatten sich mit den hübschen Arabesken des Gitters vereinen.
Somit gibt es also reichlichst Licht in diesem Gang, das Licht des Tages, das Licht der Welt: Verbergen keine Wolken den Himmel, so wirft zu früher Stunde das Ostfenster lange Schatten von Gitter und Bewohnern bis fast in die Mitte des Ganges hinein, läßt sie dann nach und nach kürzer werden und zieht sie – zunehmend scharf konturiert und ausgeformt – im Laufe des Morgens gleichsam heraus aus dem Gang. Gegen den Abend hin erlebt man durch´s gegenüberliegende Fenster ein ähnliches Schauspiel, nur in umgekehrter Reihenfolge: Die Schatten werden immer länger, weicher, bis sie schließlich einfach liegenbleiben und vergehen. Dazwischen liegt jene Zeit, in der sich die Sonne auf den Weg macht herum um das famose Haus, von einem Fenster – mit Gitter und gelegentlichen Bewohnern, welche dort Reisenden gleich auf großer Überfahrt an der Reling lehnen – zum andern Fenster. Wenn sie diese Strecke durchmißt (oder wenn sie gar nicht scheint), ist der Gang indes getaucht in ein Licht von lähmender Indifferenz, dürftig und kraftlos, mit Schatten, die den Eindruck erwecken, man könne sie mit einem Staubtuch fortwischen.

‚Die Idee mit den Fenstern war doch die allerbeste!‘ Er blickt kurz nach rechts, kurz nach links. Dabei nickt er zustimmend, aber fast unmerklich. ‚Stellen sie sich doch bitte einmal vor, es gäbe diese Fenster nicht! Da entwirft man einen Gang mit äußerster Bedachtsamkeit und kein Mensch braucht sich zu sorgen, er streifte womöglich die Decke mit seinen Fetthaaren und hinterließe peinliche Streifen, und dann das: Er kann gar nicht sehen, daß er sich keine diesbezüglichen Sorgen zu machen braucht: Man hat versäumt, diesen so wunderbar erdachten Gang mit Licht zu versehen, eine Katastrophe! Kein Licht, sich zu sorgen, kein Licht, sich zu beruhigen! Wie wollten sie sich denn nur den Kopf darüber zerbrechen, ob sie wohl mit ihrem pflegebedürftigem Äußeren die Decke befleckten, wenn sie gar nicht wüßten, . . . ob es überhaupt eine Decke gäbe, die entsprechend ihrer Architektur . . . warten sie . . . ich meine, sie würden doch hin und her gerissen sein zwischen Qual und Erlösung, zwischen Vorsicht und Leichtfertigkeit; ihre Füße entbehrten auf ewig und darüber hinaus jeglichen festen Bodens, darauf sicher zu stehen gewesen wäre!‘

Ja! Oh ja! Wir nicken; wir nicken heftig.

Einen Moment lang blickt er unschlüssig aus schräg geneigtem Kopf in Richtung der mehr als ausreichend hohen und zudem hellen Decke, und es überfällt ihn ein zarter Schauer, der seine schlanke Gestalt mit einem vagen Zittern durchläuft. Fast scheint es das Natürlichste überhaupt zu sein, daß dabei ein Rascheln vernehmlich wird, ein Rascheln, als führe ein trockener Wind östlicher Herkunft durch ein dürres Gehölz. –
Aber nein, natürlich ist überhaupt nichts zu hören, rein gar nichts. Er zittert sich vielmehr vollkommen still und normal durch seinen kleinen Schrecken: Selbst eingebrockt, selbst ausgelöffelt – was soll er ein großes Trara veranstalten und sich gehenlassen, japsend bis hin zur Beruhigung? Oder gar spastisch zappelnd mit den Armen rudern oder sich in Konvulsionen windend auf dem Boden wälzen?
Nein, er weiß doch, was sich schickt, – und was nicht!

Dieser wahrhaft erhabene,
helle,
weiße,
Etcetera –
Gang!,
diese so wohlgesetzten, schlichten Bögen, die ihn nicht zerstückeln, ihm vielmehr
ein so feines und elegantes Gepräge verleihen und ihn auf diese kultivierte Weise der Länge nach zum Licht führen, von Fenster zu Fenster, dahinter jeweils die verschiedenen Himmelsrichtungen mit ihren jeweiligen Vor- beziehungsweise Nachteilen,
Hitze,
Kälte,
Wein so rot,
karge Flechten und Lebertran,
Etcetera.

Und dann, – nun, nichts. Er läßt es nicht so weit kommen, fuchtelt nicht, wälzt sich auch nicht, und seinem Munde entfährt schier nichts, was als ungebührlich einzustufen wäre und ihm später sehr peinlich zu sein hätte. Er blickt um sich, sieht in Augenpaare, die ihm weder ausgesprochen Weises noch Gutes verheißen, selbst einfaches Wohlwollen vermag er darin nicht auszumachen, nun gut; er breitet seine Arme leicht aus und läßt sie sogleich zurückfallen an die Hosennähte. Dann noch ein rascher Blick hinauf.

‚Glauben sie mir ruhig, daß wir hier solcherlei Weitsicht sehr wohl zu schätzen wissen und stets darum bemüht sind, uns der Sorge um unsere Sorglosigkeit als würdig zu erweisen, mein Ehrenwort darauf, zumal . . . wo doch speziell in dieser Zeit der Ungeist nachlässigen Schmarotzertums und ödester, reicher Dummheit an vielen Fronten wider die Vernunft streitet und – so traurig wie wahr! – auch schon so manche Schlacht zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Und da sollten ausgerechnet wir den Aufstand proben? In dieser vortrefflichen Umgebung?‘

Mit erwartungsvollen Augen – welch denkbar einfache Antwort! – blickt er uns an: Wieder nichts, es führt zu nichts, führt zu gar nichts hier; er muß an Rinder denken, auf einer Weide bei Regen sich aneinanderdrängend.

Wir blicken uns ebenfalls um, unschlüssig, treten von einem auf´s andere Bein. –
Erwartungen.

‚Wir wollen uns hier gewiß nicht . . . unnötig . . . lassen sie es mich so formulieren: Wir verrichten unsere Notdurft mit dem Wind, jawohl! Wozu den klaren, edlen Geist herausfordern, der uns hier so angenehm verwahrt und . . .‘ – nachdrücklich erhobener Zeigefinger links – ‘. . . nach wie vor unsere Geschicke leitet! Und außerdem . . .‘ Ein gewisses, konspiratives Lodern tritt in seine Augen, er sieht sich gekonnt unauffällig um und mit knapper Geste bedeutet er, man möge sich ein wenig enger um ihn scharen. Es folgen einige kurze Ausführungen über den hiesigen Herrn Professor, Ungehöriges en masse im Schwesternzimmer, man höre so dies und das, – und daß man gut daran tue, sich gut mit ihm zu stellen; im übrigen:
‚Wir mögen ihn hier alle sehr!‘

Liebe und Ehrfurcht, mit dem Wind.

‚In einem zoologischen Garten sah ich einmal einen Vogel, ‚Lachender Hans‘ geheißen. Er hauste in einer ansehnlichen Voliere, die er sich mit Vögeln anderer Art zu teilen hatte. Ich kann ihnen nicht sagen, was für Vögel welcher Art diese waren; sie flöteten und flatterten, sie pickten Körner aus flachen Schalen und benahmen sich ansonsten mit der – wie ich vermute – ihnen eigenen, nervösen Scheu, sie fielen nicht auf. So zog denn der ‚Lachende Hans‘ meine ganze Aufmerksamkeit auf sich: Und – darf ich ihnen erläutern, warum? Nun, er . . . er fiel auf! Ich will sie nicht mit der Schilderung von Einzelheiten langweilen, seinem Gefieder beispielsweise, welches eher einem Haarkleid, einem Fell glich, oder seinem Beobachtungsposten, welchen er absolut unscheu auf einem Ast direkt am Volierenzaun bezogen hatte, nein, . . . sehen sie, worauf ich hinaus will . . .‘
– in ungläubiger Erinnerung an diesen Vorfall wiegt er leicht den Kopf –
‚. . .er . . . lachte nicht, verstehen sie? Er . . . wurde sich nicht gerecht, der ‚Lachende Hans‘, er verfehlte auf´s Gröbste! Das muß ihnen doch einleuchten . . . ?

Eine kleine Pause tritt ein –
keine Erwartung wird erfüllt.
Noch würden wir nicken.

‚Sie können sich vorstellen, daß ich keineswegs gewillt war, diese Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen, und so sprach ich an geeigneter Stelle vor, erläuterte meine Befürchtungen, schließlich . . . man hat doch Verantwortung, nicht wahr . . . die ganze abendländische Kultur mit all´ ihren Wunderbarkeiten, und da sollte ich so mir–nichts–dir–nichts diesen schändlichen Vogel hinnehmen, der dieser Errungenschaften spottete, ja, wenn nicht sogar . . . ich meine, stellen sie sich doch bloß einmal vor, wir alle wären lachende. . . oder vielmehr . . . nichtlachende . . . gewissermaßen . . . – . . . Hänse!‘

Trübsinnig, ja, fassungslos blickt er zu Boden, die doch so erfreuliche Helle, Weite, Weiße dieser gewiß ausgetüfteltsten aller Umgebungen scheint den Weg in sein Innerstes nicht mehr zu finden, ihn sanft und süß und heiter zu befruchten. Er stakt vielmehr durch den trüben Morast seiner unseligen Erinnerung: Man hatte ihn nicht angehört, hatte ihn mit den fadenscheinigsten Ausflüchten zurückgewiesen.

‚Dieses . . . elende, verkommene . . . Wärtersubjekt!‘, bricht es endlich erlösend aus ihm hervor, eine kurze Eruption, und alle Dunkelheit und Seelenpein fliehen ihn so plötzlich, wie sie ihn befielen; sein Gedächtnis bezüglich wenig ruhmreicher Begebenheiten hält erschöpft und augenblicklich inne. Ein erneuter Seufzer entfährt ihm, ein Seufzer, der in der unermeßlichsten aller Tiefen geboren wurde, einer Tiefe, in die hinabzubegeben man den Versuch besser nicht unternimmt, erwiese sich doch der Weg zurück nur allzuoft als mindestens prekär, wo nicht unmöglich. Und dieser so bemerkenswerte Seufzer gleitet nun in dieses ebensolche Ambiente hinein, und der Eindruck der Vortrefflichkeit, eines organischen Ganzen, ist nicht von der Hand zu weisen: Doch, eine perfekte Symbiose: Eine Kirche gedacht, eine Kathedrale, die imposante Höhe des Hauptschiffes nur zu erahnen im Zwielicht vereinzelter Opferkerzen, der Gebeutelte am Kruzifix, die Orgel, anschwellend, der Opferstock!, Schwaden wabernden Weihrauchs; der Vollständigkeit halber auf den Knien einige kümmerliche menschliche Existenzen: Was für ein Seufzer!

‚Ach, sie müssen verzeihen, verzeihen sie, ich – war ein wenig außer mir, doch: Ist es nicht so, ist es nicht wahr: Das Unangebrachte blaßgelber Flecken im Bereich des Schrittes, des Hosenschlitzes . . . so . . . unangenehm! Und nur ihnen allein ist geläufig, daß es sich lediglich um schlichte Rindsbouillon handelt, verschüttet während eines hastigen Mahles, eine kleine Unachtsamkeit, im Grunde keines weiteren Gedankens würdig – sie stimmen mir zu?‘

Wir –

‚Die Mutmaßungen!‘

Wir –

‚Die Rindsbouillon bleibt ebendiese, auch auf der Hose, auch eingetrocknet zu einem blaßgelben Fleck, jedoch – beachten sie liebenswürdigerweise: Mit der Bouillon müssen sie ja gar nicht leben – unter uns, was wäre einfacher? – , nein, mit der Bouillon nicht, sondern mit den Mutmaßungen darüber!‘

Er bemerkt eine noch verhaltene Unruhe: Die Sonne hat den fensterlosen Abschnitt ihrer Tagesreise hinter sich gebracht und erklärt nun ihre Rückkehr und ihren Einfluß auf´s allgemeine Geschehen mit ersten kitzelnden Strahlen, die sie – vorerst noch kurz und spitz – pfeilgleich durch´s Westfenster schickt. Es ist höchste Zeit, das anstehende Mahl ins Auge zu fassen, und er beeilt sich, seine Ausführungen zuende zu bringen; der wohlgestalte Raum verhätschelt wohl die Seele und tut ihr gut, doch bedürfen andere Organe – namentlich der Magen –
bisweilen weiterer Maßnahmen zur Erlangung eines Zustandes der Wohligkeit.

‚Der unerwartete, der plötzliche wie rätselhafte Tod ihrer nächsten Angehörigen nähme sich vergleichsweise banal aus! Sie alle befanden sich doch sicherlich einmal in dieser aussichtslos einfachen Lage, Rechenschaft ablegen zu müssen über den Zustand ihrer Beinkleider! Denken sie auch an die Perfidie gewisser Toilette-Wasserhähne, die ihre Fracht mit unerwarteter Verve über den Rand des Handbeckens hinausschleudern!‘

Füße, scharrend.

‚Welches Dilemma!‘

Mägen, lichtlose Leere.

‚Glauben sie mir bitte: Ein geborstener Schädel ist eine schauderhafte Angelegenheit und eine vielköpfig verstorbene Schar vielgeliebter Blutsverwandter gar eine ausgemachte Tragödie – aber: Diese Dinge sind, was sie sind! Der geborstene Schädel ein geborstener Schädel, die verblichene Verwandtschaft nichts anderes als eine ebensolche, denn . . . sehen sie, es gibt . . . Vereinbarungen! Alle halten sich daran! Nur . . . Wasserhähne nicht und Bouillon auch nicht und . . . der Ochsenfrosch, wie er sich bläht!,  kaum wiederzuerkennen . . . und . . . ‚

Ein Gong ertönt, schwer, unsichtbar; ein großer, weich vibrierender Klang breitet sich aus, erfüllt den Gang, fährt nebelgleich sacht zwischen seine Worte, legt sich über sie, bedeckt sie – verklingend – mit Stille. Eine Tür öffnet sich. Sie kommen heraus, lächeln.

Wir sind Lemminge.
Wir halten Hände auf, machen Arme frei.
Wir sind Friedfische.

Noch einmal hebt er beide Arme, breitet sie aus wie zum Gruß, wie zum – Flug, schaut noch einmal um sich mit unstetem Blick, hält inne – und läßt die Arme zurücksinken. Hebt aber einen sogleich wieder an und – weist uns den Weg:
‚Bitte – hier entlang.‘

 

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