Am Meer

 

‚Sie schläft jetzt. Laß uns ein wenig am Strand entlanggehen, ich
möchte ans Wasser.‘
‚Und wenn sie aufwacht? Sie wird Angst haben, alleine.‘
‚Sie war so müde; die Augen sind ihr schon im Stehen zugefallen. Sie
wird nicht vor morgen früh aufwachen. Komm.‘

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Wenn wir zurückkommen, werden wir länger fortgewesen sein als
nur einen Moment, länger, als man für ein paar Schritte nachts am
Meer braucht. Wir werden uns auf dem kleinen Spirituskocher Tee
zubereiten. Hinter den Dünen, landeinwärts, wird sich der Himmel
bereits zu verfärben beginnen. Wenn sie aufwacht, werden wir sie
zwischen uns nehmen.

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‚Ob sie … ‚
‚Und du?‘ –
‚Ich – bin müde. Mich friert. Laß uns umkehren.‘

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Stundenlang. Tage; Jahre. Wie lange werden wir gewartet haben?

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‚Und du?‘ –
‚Und du?‘

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Am Meer –

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‚Schatz!‘ –
‚Schatz?‘

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Am Meer – jenseits der Gebete.

 

 

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